BIOGRAPHIE

Markus Stenz - Dirigent

Markus Stenz ist seit 2012 Chefdirigent des Radio Filharmonisch Orkest (RFO) in Hilversum und ab der Spielzeit 2015/16 Erster Gastdirigent des Baltimore Symphony Orchestra (BSO). Ab Januar 2017 ist er zudem Conductor in Residence beim Seoul Philharmonic Orchestra.


Ausgebildet an der Hochschule für Musik in Köln bei Volker Wangenheim und bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa in Tanglewood, profilierte sich der gebürtige Rheinländer früh mit ungewöhnlichen Projekten sowie zahlreichen Ur- und Erstaufführungen. 1989 übernahm Markus Stenz die musikalische Leitung des Cantiere Internazionale d’Arte in Montepulciano (bis 1995) und leitete als Chefdirigent von 1994 bis 1998 die London Sinfonietta, das renommierteste britische Ensemble für zeitgenössische Musik. Von 1998 bis 2004 hatte er die Position als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Melbourne Symphony Orchestra inne. Elf Jahre lang (seit der Spielzeit 2003/04) wirkte Markus Stenz als Kapellmeister des Gürzenich-Orchesters, zehn Jahre als Generalmusikdirektor der Stadt Köln in über 660 Konzerten – eine ausgesprochen fruchtbare Zeit, in der u.a. der Preis für „Das beste Konzertprogramm der Saison 2003/04“ entgegengenommen werden konnte und die schließlich mit einer ausverkauften Asien-Tournee sowie vier ausverkauften Aufführungen der Schönberg’schen „Gurrelieder“ in der Kölner Philharmonie ihren umjubelten Schlusspunkt fand. Seit Beginn der Spielzeit 2012/13 steht er als Chefdirigent am Pult des 1945 gegründeten Radio Filharmonisch Orkest (RFO).


Die Saison 2016/2017 führt Markus Stenz zu zahlreichen Konzerten in die USA mit dem Baltimore Symphony Orchestra, dem San Diego Symphony Orchestra sowie dem Cincinnati Symphony Orchestra. Am 9. Oktober eröffnet er die Reihe der Sonntagsmatineen des Mozarteumorchesters mit Arabella Steinbacher.  Er kehrt nach Österreich zurück im Januar 2017 und dirigiert das ORF Radio-Symphonieorchester im Musikverein Wien. Mit dem Königlichen Concertgebouw Orchester wird Markus Stenz im November 2016 Detlev Glanerts „Requiem für Hieronymus Bosch“ aus der Taufe heben. Die Uraufführung am 4. November 2016 ist einer der Höhepunkte innerhalb der Feierlichkeiten der Stadt ’s-Hertogenbosch anläßlich des 500. Todestags des Malers Hieronymus Bosch. Mit seinem Radio Filharmonisch Orkest gestaltet er ferner zahlreiche spannende Konzertprogramme mit Werken von Mussorgsky, Liszt, Szymanowski, Rachmaninoff, Mozart und Wagner und beendet die Saison im Juni 2017 mit Jörg Widmans „Babylon“. Ein weiterer Höhepunkt wird seine Rückkehr nach Köln zum Gürzenich-Orchester sein mit drei Konzerten im März 2017 und Werken von Haydn, Ibert und Walton.

 

In 2015/2016 dirigierte Markus Stenz rund um die Welt, von São Paulo bis nach Shanghai. Gleichzeitig trat er seine Stelle als Erster Gastdirigent des Baltimore Symphony Orchestra an. Markus Stenz dirigierte 2015/2016 einige Erst- und Uraufführungen, u.a. die deutsche Erstaufführung des Cellokonzerts von Pascal Dusapin mit der Cellistin Alisa Weilerstein und im Juni 2016 ein Orchesterstück von Dieter Ammann mit dem Tonhalle-Orchester Zürich.

Markus Stenz debütierte als Operndirigent am Gran Teatro La Fenice in Venedig. Er hat zahlreiche Ur- und Erstaufführungen geleitet, z.B. Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ in Berlin, „Venus und Adonis“ an der Bayerischen Staatsoper und „L’ Upupa und der Triumph der Sohnesliebe“ 2003 bei den Salzburger Festspielen. Seit seinem Operndebüt gastierte Markus Stenz an den wichtigen internationalen Opernhäusern und bei internationalen Festivals wie z.B. am Teatro alla Scala in Mailand, am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, an der English National Opera, an der Lyric Opera Chicago, San Francisco Opera, in Los Angeles, am Staatstheater Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München, der Staatsoper Hamburg, an der Oper Frankfurt (u.a. UA von Detlev Glanerts „Caligula“) sowie beim Festival in Glyndebourne, beim Edinburgh International Festival, bei den Bregenzer (UA von Detlev Glanerts „Solaris“ 2012) sowie den Salzburger Festspielen.


Besonders hervorzuheben aus seiner künstlerischen Arbeit an der Oper Köln sind zudem die viel beachteten Aufführungen von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ (u.a. als „Ring an zwei Tagen“ 2006), „Lohengrin“, „Tannhäuser“, „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie Leoš Janáčeks „Jenůfa“ und „Kát’a Kabanová“ sowie Schrekers „Die Gezeichneten“.


In den elf Jahren seines Kölner Engagements hat er zudem mit regelmäßigen Nachwuchsprojekten (etwa den von ihm moderierten „Ohren auf!“-Konzerten oder seiner Zusammenarbeit mit dem Jugendsinfonieorchester Köln und dem Bundesjugendorchester), neuen Vermittlungskonzepten wie „Experiment Klassik“ gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar, dem sog. „3. Akt“ als überraschendem Hörabenteuer am Konzertende oder auch dem bei seiner Einführung weltweit einzigartigen Angebot der „GO live“-CD – einem Konzertmitschnitt, der vom Publikum unmittelbar nach der Aufführung erworben werden kann – ganz frische Impulse in der Publikumsbindung und -neugewinnung gesetzt.


Als Konzertdirigent hat Markus Stenz u.a. das Koninklijk Concertgebouworkest, die Münchner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Berliner Philharmoniker, das Tonhalle Orchester Zürich, die Wiener Symphoniker, das Hallé Orchestra Manchester, das BBC Scottish Symphony Orchestra, das NHK Symphony Orchestra Tokyo, das Orchestre Philharmonique de Radio France, die Staatskapelle und das Konzerthausorchester Berlin, das  Orchestre de la Suisse Romande, die Philharmoniker Hamburg, die Dresdner Philharmonie, die Bamberger Symphoniker sowie die Sinfonieorchester des BR, HR, WDR und NDR geleitet. In den USA arbeitete er bereits mit dem Chicago Symphony und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra sowie den Sinfonieorchestern von Boston, Dallas, Minnesota, Houston und St. Louis.


Innerhalb seiner umfangreichen Diskografie, die mit dem Radio Filhamornisch Orkest jüngst  um die Uraufführung von James MacMillans „St. Luke Passion“ sowie die niederländische Erstaufführung von K.A. Hartmanns „Simplicius Simplicissimus“ (Challenge Classics) und mit dem Gürzenich.Orchester um verschiedene Schönberg-Einspielungen erweitert wurde, finden sich zahlreiche mit Preisen dekorierte Produktionen. Internationale Begeisterung erntete etwa seine Gesamteinspielung der Sinfonien Gustav Mahlers mit dem Gürzenich-Orchester (Oehms Classics), die sich u.a. in der Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik wiederfindet. Zuletzt wurde die Einspielung mit dem Gürzenich-Orchster von Schönbergs Gurre-Liedern mit dem Gramophone Classical Music Award prämiert.


Markus Stenz wurde mit dem Fellowship des Royal Northern College of Music ausgezeichnet, wobei ihn Clark Rundell, Leiter des Fachs Dirigieren am international renommierten Konservatorium von Manchester, in seiner Laudatio als einen der größten Dirigenten seiner Generation würdigte. Mit diesem Preis wurde Stenz dieselbe Ehre zuteil wie vor ihm Zubin Mehta, Mstislaw Rostropowitsch oder Brigitte Fassbaender. Markus Stenz erhielt zudem vom Landesmusikrat NRW die "Silberne Stimmgabel" als Auszeichnung für besondere Verdienste um das Musikleben in NRW.


Stand: September 2016


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